Achahha.de: Online-Shop mit nachhaltiger Mode – weil es richtig ist

Sebastian Schulz-Dobrick, Gründer von achahha.de

Mit Merinopullovern für Männer in sieben Farben fing alles an. Wer wissen möchte, wie der Kopf hinter achahha.de aussieht, was ihn motiviert, biologisch und ökologisch nachhaltige Mode zu entwickeln, ist hier genau richtig. Sebastian Schulz-Dobrick, Gründer der Ecorizon GmbH und des Labels ACHAHHA, spricht im Interview über Hintergründe, Hindernisse und heftige Herausforderungen. Und lässt hoffen auf neue nachhaltige Naturprodukte, die dieses Jahr noch das Angebot auf achahha.de erweitern werden.

Wieso nachhaltig, wieso bio, wieso der ganze Ansatz?

Warum ich mich immer mehr mit Nachhaltigkeit in den verschiedensten Bereichen befasst habe, kann ich gar nicht genau sagen – vielleicht, weil es einfach notwendig und richtig ist… Ich denke, die meisten Menschen merken, dass wir mit unserem Planeten sowie mit seinen Bewohnern nicht gut umgehen. Aber durch die Schnelllebigkeit unserer Zeit ist man dann doch wieder so abgelenkt, dass man sich mit dem Thema nicht weiter befasst oder es dann im Alltagswahnsinn wieder untergeht.

Bei mir kam dann eins zum anderen. Ich hatte ein paar private Erlebnisse, die mich dazu gebracht haben, manche Dinge nochmal zu hinterfragen. Da kam dann unter anderem raus, dass ich nicht nur Geld verdienen will, sondern auch etwas Sinnvolles machen möchte. Durch Zufall bin ich dann auf ein seltenes Strickverfahren gestoßen und die Idee, nachhaltige Pullover in Deutschland zu produzieren, war geboren und hat mich nicht mehr losgelassen. Die Textilindustrie ist der zweit größte Umweltverschmutzer der Welt. Hier kann man schon einiges bewirken, wenn man hochwertige und zeitlose Kleidungsstücke produziert, die nicht nach kürzester Zeit wieder ausgetauscht werden, weil sie kaputt oder nicht mehr „in“ sind.

Und der ungewöhnliche Name? Wie ist der entstanden?

Es sollte ein besonderer Name mit einer Bedeutung sein und nach vielen Überlegungen, Brainstormings und Recherchen, ob die Namen nicht geschützt sind oder irgendwo negativ behaftet sind, ist es ACHAHHA geworden. Der Name kommt aus dem Sanskrit und ist zusammengesetzt aus verschieden Schreibweisen, die übersetzt so viel wie „Gutes“ bedeuten.

Woher weißt Du, dass alles so produziert wird, wie Du es denkst? Wie kannst Du Dir sicher sein?

Durch die Auswahl des Produktionsstandortes Deutschland sind viele Punkte in Bezug auf Ausbeutung, Umweltverschmutzung und viele andere nicht akzeptable Faktoren in der Textilproduktion, ziemlich gut abgesichert und werden auch streng kontrolliert.

Unser Garn wird durch mehrere Zertifizierungen wie GOTS, IVN-Naturtextil, Bluesign und Ökotex auf biologische Aspekte, Schadstoffe und Arbeitsbedingungen überprüft und gewährleistet auch hier ein hohes Maß an Sicherheit, obwohl man hier natürlich nicht ständig dabei sein kann.

Im Dezember kamen noch Beanies aus nachhaltig produzierter Merinowolle dazu, wie sind die bisher angekommen?

Super – und das bei Frauen und Männern (lächelt). Die Mützen waren noch im Dezember ausverkauft, sind aber seit dieser Woche wieder in fünf Farben lieferbar.

Was sagen Deine Kunden zu den Pullovern und Mützen?

Gott sei Dank kommt sehr viel positives Feedback. Es ging viel Zeit in die Entwicklung der Schnitte und die Auswahl des Materials. Und doch weiß man erst wirklich, wie die Sachen ankommen, wenn sie in den Verkauf gehen. Hier erhalte ich wirklich schöne Texte und Lob zu den Produkten – das hätte ich vorher so nicht vermutet, aber freut mich natürlich umso mehr.

Was ist denn noch geplant in den nächsten Monaten in puncto nachhaltiger Mode?

Im Februar kommen neben Schals und weiteren Herrenpullovern jetzt auch unsere ersten reinen Frauenpullover. Außerdem starten wir mit neuen nachhaltigen Materialien: Bio-Baumwolle und Teilen mit recycelter Baumwolle. Im Laufe des Jahres kommen dann noch weitere Schnitte und auch echt coole Materialien dazu.

Was waren bisher die größten Herausforderungen als Gründer eines Online-Shops?

Oh, da waren viele, viele Herausforderungen! Oft hat man das Gefühl, man ist einen Schritt weiter und geht dann durch irgendwas wieder drei zurück. Ich kann hier nur jedem, der eine Gründung plant – egal in welchem Bereich – nur sagen, lasst Euch nicht unterkriegen und bleibt dran.

Ich denke das Problem ist, dass die meisten immer nur den Erfolg der einzelnen Firmen sehen, aber selten die steinigen Wege dahin. Die wenigsten sind von Beginn an mit Erfolg überschüttet worden und das wird meiner Meinung nach oft übersehen. Also… um auf die Frage zurückzukommen (lächelt) ich glaube, dass das allgemeine Durchhaltevermögen und sich von den vielen Rückschritten nicht von seinem Ziel abringen zu lassen, die größten Herausforderungen waren.

Würdest Du das alles wieder so machen? Oder gibt es etwas, das Du nach Deinen Erfahrungen ändern würdest?

Hinterher ist man immer schlauer, aber auch die Fehler gehören ja dazu, und nur mit diesen lernt man auch. Aber auf gar keinen Fall würde ich alles wieder genauso machen! (lächelt) Liegt aber einfach an den Erfahrungen, die man jetzt gesammelt hat. Man wird sicherer in dem was man tut, man weiß, was man vielleicht besser nicht tun sollte oder was gut funktioniert.

Konkret würde ich zum Beispiel wesentlich weniger Zeit in den „perfekten Start“ stecken, um alles von vornherein makellos und das auf allen Kanälen zu haben. Hier ging im Vorfeld so viel Zeit verloren, in der kein einziger Euro geflossen ist – einfach nur Vorbereitung.

Worauf freust Du Dich in 2019 am meisten?

Es gibt noch einiges in der Pipeline, was dieses Jahr umgesetzt wird und was für mich wieder echt spannend wird. Ich freue mich wirklich darauf zu sehen, wie die neuen Teile ankommen und wie sich das ganze jetzt weiterentwickelt. Es gibt noch viel zu tun und auch 2019 wird ganz bestimmt nicht langweilig, aber jetzt ist so langsam ein Grund drin.

Letztes Jahr war beruflich wie privat sehr viel los. Klar, Ecorizon und ACHAHHA sind an den Start gegangen, meine Frau und ich haben unser erstes Kind bekommen und wir sind inklusive Komplettsanierung umgezogen. Das war nicht nur lustig.

Jetzt freu ich mich auf ein ruhigeres Jahr mit meiner Familie, was wir jetzt mit unserem ersten Urlaub zu dritt einläuten.

Vielen Dank für das Gespräch!

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